Universal Basic Income (MIT Press Essential Knowledge series)
Der Autor bezieht sich auf das Zustandekommen der Grundeinkommen-Idee.
In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung, gab es kein Privateigentum. Wandernde Menschengruppen teilten dasjenige, was sie sammelten und jagten. Überschüssiges gaben sie anderen Personen, die es gebrauchen konnten. Das Land und die Dinge darauf, waren Gemeingüter (commons). Eine später einsetzende Bewegung, hat mehr und mehr Gemeingüter in Privatbesitz umgewandelt (enclosure).
Das Bedingungslose Grundeinkommen entspricht von der Idee her, den commons, den Gemeingütern. Die Erde gibt mit ihren Schätzen die Grundlage für die Existenz aller Menschen. Durch Inbesitznahme dieser Grundlage für alle Menschen, als Privateigentum, werden Menschen von den existenzsichernden Gütern ausgeschlossen.
Heutiges Beispiel ist, wenn sich Obdachlose behelfsmäßig irgendwo eine Hütte, Unterkunft herrichten, so wird diese niedergerissen und die Personen mit einer Strafe belegt, weil sie widerrechtlich an diesem Ort etwas gebaut haben. Dieser Umstand kommt daher, weil es keine Gemeingüter mehr gibt. Jedes Fleckchen Erde gehört heutzutage jemandem. Und sei es dem Staat, der Gemeinde, der Stadt und so weiter. Deshalb kann man sich heute nicht mehr, wie in alten Zeiten selbst versorgen. Stattdessen muss der Einzelne seine Arbeitskraft an Geldbesitzer verkaufen. Dies ist aber würdelos und entspricht nicht modernen grundrechts-konformen Gesellschaften.
Interessant ist auch der Hinweis in dem Buch, dass die Frauenbewegung in den 60er und 70er Jahren die Grundeinkommen-Idee unterstützten, weil sie die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Frauen gegenüber den althergebrachten Lebensweisen (Rolle als Ehefrau, Mutter) betonte, während heute gerade durch den Staat, die Unabhängigkeit der Frauen als Arbeitnehmerin gepriesen wird und die Kinderbetreuung soll staatlich geschehen. Dagegen wäre dann nichts einzuwenden, wenn die Betroffenen Wahlfreiheit hätten. Also selbst entscheiden könnten, ob sie zuhause überwiegend die Fürsorge für Angehörige bewerkstelligen oder für fremde Leute gegen Geld arbeiten und die Betreuung der nahen Verwandten fremden Leuten überlassen. Aber gerade diese Freiheit haben sie nicht, im Bürgergeld Sozialsystem, sondern die Behörden wollen das entscheiden.